Ratz-Fatz Dreieckstuch

Dreieckstücher stehen zurzeit offensichtlich hoch im Kurs… auch bei den Kleinen! Da auch mir diese Variante eines „Halstuchs“ sehr gut gefällt, habe ich mir dazu Gedanken gemacht und ein kurzes „How-To-Sew“ meiner Dreieckstuch-Variante verfasst!

Zu allererst benötigen wir zwei Stoffstücke (ca. 50x50cm) – je 1x Oberstoff und 1x Unterstoff

Legt eure Stoffstücke (Quadrate) jeweils zu einem Dreieck zusammen und schneidet den entstandenen Bruch (an der langen Seite) mit der Schere auseinander. Ihr habt nun 4 Dreiecke – jeweils 2 aus dem Ober- und 2 aus dem Unterstoff! Somit könntet ihr nun gleich 2 Tücher nähen! 😉

Nehmt nun die Dreiecke aus Ober- und Unterstoff, legt sie rechts auf rechts zusammen und fixiert euch die Stoffe mittels Stoffklammern oder Stecknadeln. Näht nun die Dreiecke mit euerer Nähmaschine oder Overlock zusammen (verwendet ihr nur Jersey, könnt ihr dies mit der Overlock nähen, so wie im meinem Beispiel mit dem Double Gauze Stoff ist es besser, wenn ihr zuerst mit der Nähmaschine zusammennäht und nur die Kanten mit der Ovi versäubert ;-))

Vergesst aber nicht darauf, eine kleine Wendeöffnung zu lassen.

Da das Tuch anschließend mittels Kam-Snaps geschlossen wird, werden nun sowohl die Ecken…

… als auch 2 Punkte an den kurzen Seiten des Dreiecks verstärkt. Ich habe hier Vliesline S320 benutzt, da ich keine Wonder-Dots (Snaply) mehr zur Verfügung hatte… diese eignen sich aber Bestens dafür!

So sollte es nun aussehen… wiederholt dies an den selben Stellen auch auf der Rückseite!

Nun wird das Tuch gewendet und die Kanten glatt gebügelt!

Jetzt werden noch die 4 Kam-Snaps angebracht. Achtet dabei darauf, dass ihr die Snaps schön mittig an den verstärkten Stellen einsetzt.

Vergesst nicht die Wendeöffnung zu schließen. Am Schönsten wäre hier das Schließen per Hand (Leiter- bzw. Matratzenstich). Auf You-Tube findet ihr einige Anleitungen dazu 😉

Viel Spaß beim Nachmachen und freuen! 😉

Wachstücher + Nähtipp

Eigentlich hatte ich mir zur Entstaubung meines Blogs einen anderen Beitrag vorgenommen, aber da mir kürzlich bei der Lieferung der neuen und hübschen beschichteten Baumwolle sogleich ein Nähbeispiel durch den Kopf ging, wollte ich es auch so schnell wie möglich umsetzen.

Mein erster Gedanke galt einer solchen „Lunch-Bag“. Diese Art von Jausen-Täschchen hat mir schon immer gut gefallen. So simpel und doch so… oho! 😉 und ideal für das Vernähen beschichteter Stoffe! Auch unser kleiner Prinz hat dank der einfachen Handhabung großen Gefallen daran gefunden.

Und da ich mir vorstellen kann, dass das vielleicht für den ein oder anderen interessant sein könnte und auch super für Nähanfänger geeignet ist, habe ich ein kurzes Tutorial verfasst! Ich hoffe alles verständlich erklärt zu haben… sollten dennoch Fragen auftauchen, könnt ihr gerne mit mir Kontakt aufnehmen 😉

 Ihr benötigt:

  • 2 Stoffe – wahlweise 1x Baumwolle (außen) und 1x beschichtete Baumwolle (innen)
  • Klettstreifen (18-20 cm)
  • Nähutensilien (Nähmaschine, Schere, Lineal, Trickmarker, Stoffklammern)

Legt euren Stoff im Bruch zusammen und schneidet euch ein Rechteck mit einer Breite von 30cm und einer Gesamthöhe von 35cm aus. Auf der Seite des Stoffbruchs schneidet rechts und links Ecken mit einer Höhe von 4cm und einer Breite von 5cm aus. (Im Prinzip könnt ihr euch bei den Maßen mehr oder weniger austoben… die angegebenen Werte sind nur so wie ich sie genäht habe!)

Wenn ihr eure Tasche etwas stabiler haben möchtet, könnt ihr auf den Außenstoff auch Vlies aufbügeln. (H250) Und solltet ihr – wie auch hier in meinem Beispiel – den Außenstoff beplotten, dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt.

Auch der Klettstreifen wird an dieser Stelle aufgenäht! Markiert euch dazu an der oberen Kante eures Außenstoffes die Stoffmitte…

… und fixiert den Klettstreifen am Besten mit einem Stück Stylefix am Stoff.

Nun könnt ihr den Klettstreifen knappkantig aufnähen. Macht dies mit dem Gegenstück des Kletts auch auf der gegenüberliegenden Seite eures Außenstoffes.

Legt eure Stoffteile nun jeweils rechts auf rechts und näht die Außenkanten zusammen. Danach schließt die Öffnungen am Boden. Solltet ihr die Wendeöffnung in der Innentasche wollen, lasst seitlich an einer Kante eine Öffnung von ca. 10-15cm. Eine weitere Möglichkeit eine Wendeöffnung zu lassen, könnt ihr im nächsten Punkt lesen!

Ihr habt nun zwei gleiche Taschen… einmal aus dem Außen- und einmal aus dem Innenstoff!

Wendet die Tasche mit dem Außenstoff auf rechts und steckt sie in die Innentasche, sodass diese nun rechts auf rechts liegen. Steckt euch die Stoffteile mit Hilfe von Stoffklammern zusammen und näht die beiden Stoffe zusammen. Solltet ihr euch dafür entschieden haben in der Innentasche keine Wendeöffnung zu lassen, könnt ihr dies nun tun. Lasst hierfür eine Öffnung von ca. 10-15cm an der oberen Kante offen. Solltet ihr die Wendeöffnung in der Innentasche haben, könnt ihr den Kreis zur Gänze schließen.

Wendet eure Tasche und steckt die Innentasche in die Außentasche. Nun wird noch die Oberseite knappkantig abgesteppt. Klappt dazu die Nahtzugabe eurer Wendeöffnung (wenn hier vorhanden) nach innen und steckt diese mit Stoffklammern zusammen. Nun könnt ihr die Oberseite knappkantig absteppen. Solltet ihr die Wendeöffnung in der Innentasche haben,  vergesst nicht nach Absteppen der Oberseite auch diese zu schließen.

Danach wäre die Tasche im Prinzip fertig!

Um der Tasche aber noch etwas mehr Standform zu verleihen, könnt ihr die seitlichen Kanten zusätzlich absteppen. Messt dazu gleichmäßig von der seitlichen Naht ausgehend in Richtung der Außenkanten (in meinem Beispiel  5cm!) und steckt euch die Kanten wieder mit Hilfe eurer Stoffklammern ab. Danach steppt eure Kanten + Boden langsam ab. Für diesen Schritt ist es hilfreich, langsam vorzugehen und die Nadelposition (unten) bei Stopps, wie zb. an den Ecken im Stoff zu lassen. So verhindert man das Wegrutschen des Stoffs und das Stoffstück lässt sich mühelos drehen.

Nun ist eure Tasche fertig und kann nach Herzenslust befüllt werden!

Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht meiner Anleitung zu folgen… und wie schon oben erwähnt, bitte kontaktiert mich, sollte doch etwas unklar sein und/oder ihr einzelne Schritte nicht nachvollziehen können. Ich wünsche euch viel Freude beim Nähen und würde mich freuen, eventuell das ein- oder andere Ergebnis zu sehen. 😉

Anleitung für Kosmetiktuchbox-(Wende)Hülle und… so klappt’s auch mit dem Schrägband!

Wie könnte mein erster Blogbeitrag in diesem noch jungen Jahr 2016 besser beginnen, als mit ein AHA-Erlebnis, das ich vor kurzem hatte, zum Thema Schrägband. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber hätte ich noch bis vor kurzem meine Gefühle zum Thema Schrägband beschreiben müssen, wäre mein erstes Wort wohl „HassLiebe“ gewesen! Ich finde Schrägbänder so toll, egal ob auf Accessoires oder auch Bekleidung… ein oft idealer Kantenabschluss! Doch wenn da mal nicht das Annähen wäre…und vorallem… wie schafft man eine gleichmäßige knappkantige Naht auf BEIDEN Seiten?

Ich habe es oft versucht, das Internet durchsucht, aber bin nie auf eine für mich verständliche Beschreibung gestoßen! Und dann… vor einigen Wochen bekam ich den Auftrag für eine Kosmetiktuchbox-Hülle und wie schön wäre da ein Kantenabschluss mit Schrägband. Also hab ich mich nochmals hingesetzt und siehe da… als wäre es das Einfachste und Logischste auf der Welt…das Annähen des Schrägbands lief perfekt!

Und da ich weiß, dass es vielen von euch genauso geht, möchte ich es euch gerne anhand der Kosmetiktuch-Hülle zeigen und habe eine kleine Anleitung + Schnittmuster für euch erstellt. Ich zeige euch in der Anleitung meine Herangehensweise, ob sie nun technisch und aus den Augen wahrer Profis richtig ist… das Ergebnis zählt! 😉

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Suche dir zunächst zwei Baumwollstoffe deiner Wahl und lade dir hier die Vorlage mittels PDF herunter! Achtet bei euren Druckeroptionen darauf, dass das Feld „Tatsächliche Größe“ angeklickt ist!

Kosmetiktuchhülle

Drucke dir die Vorlage aus und füge sie gem. Anleitung zusammen. Lege die ausgedruckte Vorlage auf deine gewünschten Stoffe und übertrage die Umrisse mittels Trickmarker oder Schneiderkreide. Danach ausschneiden!

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Lege die beiden Stoffe rechts auf rechts übereinander und markiere dir auf deinem Außenstoff auf der linken Stoffseite das Rechteck in der Mitte.

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Nähe einmal entlang der markierten Linien und verriegle die Stiche am Schluss.

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Öffne nun das genähte Rechteck mithilfe einer Schere und schneide vorsichtig bis in die Ecken! Aber aufgepasst: KEINESFALLS darf hier die Naht beschädigt werden!

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Danach ziehst du einen der beiden Stoffe durch das zuvor geöffnete Rechteck, sodass die Stoffe nun links auf links übereinander liegen. Forme das kleine Rechteck aus und bügle alles glatt.

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Um zu verhindern, dass der Innenstoff eventuell herauskriecht, nähe einmal knappkantig um das Rechteck.

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Als nächstes musst du die Ecken schließen! Beginne beim Außenstoff und lege die Kanten deiner Ecken rechts auf rechts übereinander und nähe sie füßchenbreit oder so wie in meinem gezeigten Modell mit der Overlock zusammen.

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Insgesamt 4 Ecken des Außen- und 4 Ecken des Innenstoffs.

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Forme die Kanten jeweils mit der Hand aus und stecke den Innenstoff in den Außenstoff.

Damit es dir beim Annähen des Schrägbandes leichter geht, nähe die Unterkante der beiden Stoffe zusammen. Stecke die Stoffe mittels Stecknadeln oder Stoffklammern zusammen und achte darauf, dass die Nähte der Ecken übereinander liegen. Somit werden deine Stoffe regelmäßig zusammengenäht und es besteht nicht die Gefahr, dass die die Stoffe verrutschen.

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Du kannst diesen Schritt wie vorhin sowohl mit deiner Nähmaschine, als auch mit der Overlock nähen!

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Deine Hülle ist nun schon fast fertig! Nun kommt der spannende Teil! 😉

Drehe deine Hülle nun mit der Innenseite nach außen! Ich beginne mit dem Schrägband an einer der beiden Seitenteile! Falte das Schrägband zunächst ca. 1cm um, sodass ein Falz entsteht.

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Öffne die Kanten des Schrägbands ein wenig und lege die Außenkante des Schrägbands exakt auf die Außenkante deines Stoffes.

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Achte darauf, dass du ca. 1mm rechts neben der Falz des Schrägbands entlang zu nähen beginnst. Je nach Nähmaschine kannst du dazu entweder die Position deiner Nähnadel verändern oder du suchst dir einen anderen (Hilfs)Punkt, an dem du dich orientieren kannst.

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Nähe einmal rundherum und über das zuvor eingeschlagene Schrägband am Beginn.

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Falte die Schrägbandenden ineinander, drehe deinen Stoff um (sodass nun die Außenseite zu dir schaut) und stülpe das Schrägband über die Außenkante deines Stoffes.

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Du siehst nun auch die zuvor genähte Naht!

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Achte bei diesem letzten Schritt darauf, dass die Kante deines Schrägbands exakt auf diese Naht trifft und diese leicht verdeckt. Nähe nun wieder im Abstand von ca. 1-2mm entlang der geschlossenen Schrägbandkante einmal rundherum.

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Und tadaaa… fertig ist dein Wende-Hülle mit einer gleichmäßig knappkantigen Steppnaht entlang des Schrägbandes!

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Ich würde mich riesig über euer Feedback und Verlinkungen zu meiner Seite freuen und wünsche euch viel Spaß & Erfolg beim Nachnähen!

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Tutorial „FeuchtTuchTasche“

Ich werde immer wieder mal gefragt, welche „kleineren“ Nähprojekte sich für Anfänger eignen.

Ich habe mir ja im Zuge meiner neuen Wickeltasche auch gleich eine Feuchttuchtasche genäht und dachte dabei sofort… das – so finde ich – ist ein tolles Einstiegs-Nähprojekt, trotz Reißverschluss! Und um euch zu beweisen, dass es wirklich ganz leicht und vorallem schnell zu nähen ist, habe ich eine kleine Anleitung für euch erstellt.

Feuchttuchtasche_Anleitung_Basis

Um handelsüblichen Feuchttüchern ein neues Kleid zu geben, benötigt ihr zuerst ein Stück Stoff (ich verwende hier gerne laminierte bzw. PVC-beschichtete Baumwollstoffe) mit den Maßen 25 x 27,5 cm. (Nahtzugaben bereits enthalten!)

FTT_Anleitung_Schnitt

Entlang der „kurzen“ Seite (25cm) legt ihr nun rechts auf rechts den Reißverschluss an. Ihr könnt hier auch gerne das vielgeliebte Stylefix verwenden… so geht’s gerade am Anfang noch leichter!

FTT_Anleitung_RV

Dann näht füßchenbreit den Reißverschluss an! Leichter geht’s auch mit dem RV-Nähfuß eurer Nähmaschine (aber naja… *räusper*… es geht auch so) 😉

FTT_Anleitung_RVnähen

Danach legt ihr auf der gegenüberliegenden Seite rechts auf rechts wieder euren Reißverschluss Kante an Kante an und näht diesen fest.

FTT_Anleitung_RV2

Jetzt solltet ihr im Besten Falle 😉 einen Schlauch haben!

FTT_Anleitung_Schlauch

Öffnet nun den Reißverschluss, dreht den Stoff auf Rechts und steppt euren Stoff knappkantig entlang des Reißverschlusses ab.

FTT_Anleitung_RV absteppen

FTT_Anleitung_RV fertig

Jetzt wendet ihr den Stoff wieder auf Links und „faltet“ den Stoff so, dass der Reißverschluss mittig auf der Oberseite liegt.

FTT_Anleitung_Seiten schließen

Näht nun die Seiten zusammen. Hier beginnt ihr am Besten mit der Seite, wo der Reißverschluss endet (hier oben im Bild). HIER könnt ihr auch gerne ein Webband oder auch euer Label miteinfassen. (hab ich natürlich wiedermal vergessen *grmpf*).

Danach öffnet ihr den Reißverschluss und näht die zweite Seite zusammen. Näht ruhig mehrmals über das Stück mit dem Reißverschluss, um ihn gut zu sichern. So besteht nicht die Gefahr, dass sich bei dem vielen Auf- und Zumachen im täglichen Gebrauch die Näht löst.

FTT_Anleitung_Seiten schließen_001

Danach kürzt die Nähtzugaben an den Kanten etwas ein… das erleichtert das spätere Ausformen der Ecken erheblich!

FTT_Anleitung_NZ kürzen

Nun den Stoff durch den Reißverschluss wenden… die Ecken ausformen (erweist sich bei PVC-beschichtetem Stoff als kleine Herausforderung) … mit der Feuchttuchpackung befüllen … und schon seid ihr FERTIG!!!

FTT_Anleitung_fertig

Ich hoffe, ihr kommt mit meiner kleinen Anleitung gut zurecht. Sollte dennoch etwas unklar sein, meldet euch doch bitte. Ansonsten natürlich VIEL SPASS beim Nähen.

In diesem Sinne…

bleibt kreativ,

Martina